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2026-06-19 22:49:01 +02:00

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# Deployment mit Podman
## Was muss auf den Server?
Nur der Quellcode — das Image wird direkt auf dem Server gebaut.
```sh
# Einmalig: Repo klonen
git clone https://codeberg.org/<user>/kver.git
cd kver
```
Oder bei bestehendem Checkout:
```sh
git pull origin master
```
Bestehende Daten (DB + Uploads) liegen auf dem Server in Named Volumes und
bleiben bei Image-Updates unberührt — die müssen nicht mitübertragen werden.
Beim ersten Deployment: DB und Medien einmalig in die Volumes kopieren
(s. Abschnitt „Bestehende Daten übernehmen").
## Bauen
```sh
podman build -t kver .
```
Multi-Stage-Build (`Containerfile`): statisches Go-Binary (CGO aus, modernc-
SQLite ist pures Go), Laufzeit-Image ist Alpine mit unprivilegiertem Nutzer.
Die Warnung `HEALTHCHECK is not supported for OCI image format` ist erwartbar:
Podman baut OCI-Images, dort gibt es kein eingebettetes HEALTHCHECK. Der
Healthcheck kommt stattdessen aus der Quadlet-Unit (s.u.); alternativ
`podman build --format=docker` oder `podman run --health-cmd=...`.
## Starten (Port 7777)
```sh
podman run -d --name kver \
-p 127.0.0.1:7777:8080 \
-v kver-data:/app/data \
-v kver-media:/app/static/media \
kver
```
- `kver-data` hält die SQLite-DB (`/app/data/kver.db`), `kver-media` die
hochgeladenen Bilder. Beides Named Volumes → überleben Image-Updates.
- Port nur an localhost binden; nach außen geht es über den Reverse-Proxy.
- Der Container lauscht intern immer auf `:8080`; der externe Port (hier 7777)
ist nur das Host-seitige Mapping.
Konfiguration über Umgebungsvariablen:
| Variable | Default | Bedeutung |
|-------------|---------------------|----------------------|
| `KVER_ADDR` | `:8080` | Listen-Adresse im Container |
| `KVER_DB` | `/app/data/kver.db` | Pfad zur SQLite-Datei |
| `KVER_GEOIP_ASN` | _(leer)_ | Pfad zur GeoLite2-ASN-`.mmdb`; leer = ASN-Auflösung aus |
## GeoLite2-ASN-Datenbank (optional)
Für die netzwerktopologische Einordnung der Impressions (Spalte `impression.asn`).
Ohne diese DB läuft alles normal weiter, die Impressions haben dann nur kein ASN.
Die `GeoLite2-ASN.mmdb` gibt es kostenlos bei MaxMind (Konto + Lizenzschlüssel,
monatliche Updates). Datei ins Daten-Volume legen und den Pfad setzen:
```sh
podman unshare cp GeoLite2-ASN.mmdb \
"$(podman volume inspect kver-data --format '{{.Mountpoint}}')/"
```
Dann `KVER_GEOIP_ASN=/app/data/GeoLite2-ASN.mmdb` setzen. Die Datei wird beim Start
einmalig gemappt; für aktualisierte Daten die Datei ersetzen und den Dienst neu
starten.
## Bestehende Daten übernehmen
DB und Medien einmalig in die Volumes kopieren (Volumes müssen existieren;
Container kann laufen oder gestoppt sein):
```sh
podman volume create kver-data
podman volume create kver-media
# Rootless: podman unshare sorgt dafür, dass die UID ins User-Namespace-
# Mapping passt — ohne das bekommt der Container die Dateien nicht zu lesen.
podman unshare cp kver.db \
"$(podman volume inspect kver-data --format '{{.Mountpoint}}')/"
podman unshare cp -r static/media/. \
"$(podman volume inspect kver-media --format '{{.Mountpoint}}')/"
```
Danach Container (neu) starten. Die App legt beim ersten Start alle fehlenden
Tabellen und Indizes automatisch per `CREATE ... IF NOT EXISTS` an.
## Reverse-Proxy (TLS) — Caddy
Caddy ist die einfachste Wahl: automatisches TLS, setzt `X-Forwarded-Proto`
und `X-Forwarded-For` ohne Konfiguration, kein eigenes Body-Size-Problem.
`/etc/caddy/Caddyfile` (oder `~/.config/caddy/Caddyfile` bei rootless):
```caddyfile
kver.example.org {
# Unveränderliche Uploads cachen — Dateinamen sind einmalig (<unix>-<rand>),
# Browser lädt jede Datei genau einmal.
header /static/media/* Cache-Control "public, max-age=31536000, immutable"
reverse_proxy 127.0.0.1:7777
}
```
Das ist alles. Caddy kümmert sich um Let's-Encrypt-Zertifikat, HTTPS-Redirect
und setzt automatisch `X-Forwarded-Proto: https` → Session-Cookie bekommt das
`Secure`-Flag, Rate-Limit sieht echte Client-IPs.
Optional Body-Limit vor der App (App begrenzt selbst auf 17 MB):
```caddyfile
request_body {
max_size 20MB
}
```
### Warum /static/media/* nicht direkt aus Caddy serven?
Der `nosniff`-Header auf Uploads ist sicherheitsrelevant (animierte GIFs werden
nicht re-kodiert; ohne `nosniff` könnte ein präpariertes GIF als HTML/JS
interpretiert werden → Stored XSS). Serviert Caddy die Dateien direkt, ist die
App-Middleware außen vor. Mit `reverse_proxy` bleibt die App der einzige
Auslieferer und der Header sitzt immer drauf.
Außerdem liegt das Named Volume bei rootless Podman unter einem Subuid-Pfad,
den ein Systemdienst nicht ohne Weiteres lesen kann.
### nginx (alternativ)
```nginx
location / {
proxy_pass http://127.0.0.1:7777;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
proxy_set_header X-Forwarded-For $remote_addr;
client_max_body_size 20m; # muss über App-Limit (17 MB) liegen
}
```
## Autostart mit systemd (Quadlet)
`~/.config/containers/systemd/kver.container` (rootless):
```ini
[Unit]
Description=kver (Kontrollverlust)
[Container]
Image=localhost/kver:latest
PublishPort=127.0.0.1:7777:8080
Volume=kver-data:/app/data
Volume=kver-media:/app/static/media
# Optional: ASN-Auflösung der Impressions. Pfad zeigt ins kver-data-Volume,
# daher zur Laufzeit setzen (nicht ins Image backen). Zeile weglassen, wenn
# keine GeoLite2-ASN.mmdb vorhanden ist -> ASN-Auflösung bleibt still aus.
Environment=KVER_GEOIP_ASN=/app/data/GeoLite2-ASN.mmdb
# Healthcheck hier statt im Containerfile: Podman baut OCI-Images,
# die kennen kein eingebettetes HEALTHCHECK.
HealthCmd=wget -qO /dev/null http://localhost:8080/entry/feed/0
HealthInterval=30s
[Service]
Restart=on-failure
[Install]
WantedBy=default.target
```
Aktivieren:
```sh
systemctl --user daemon-reload
systemctl --user start kver
loginctl enable-linger "$USER" # damit der Dienst ohne Login läuft
```
Status prüfen:
```sh
systemctl --user status kver
podman healthcheck run kver
```
## Update einspielen
```sh
git pull origin master
podman build -t kver .
systemctl --user restart kver
```
Die App fährt bei SIGTERM sauber herunter (laufende Requests werden zu Ende
bedient, WAL-Checkpoint beim DB-Close).